Überraschende Wende nach lebensgefährlicher Messerstecherei in Asylunterkunft

Rechtsanwalt Olaf Möller vertrat seit Frühjahr 2018 in der JVA Wöllstein eine in Untersuchungshaft einsitzende Frau.

 

Im Haftbefehl wurde ihr der Vorwurf des versuchten Totschlags gemacht. Sie soll zusammen mit ihrem Lebensgefährten in ihrer gemeinsamen Asylunterkunft den mutmaßlichen Freund ihrer gemeinsamen Tochter gemeinschaftlich mit fünf Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben.

 

In der Anklage wurde bereits der Vorwurf des versuchten Totschlags nicht mehr aufrecht erhalten, sondern „nur noch“ der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung erhoben.

 

Die Hauptverhandlung fand an fünf Gerichtsterminen am Amtsgericht Neustadt an der Weinstraße statt. Die Mandantin von Herrn Rechtsanwalt Olaf Möller bestritt die Tat, obwohl Sie beim Eintreffen der Polizei am Tatort noch die Tatwaffe in der Hand hielt und mit Blut des Opfers verschmiert war. Dennoch gelang es Rechtsanwalt Olaf Möller durch zahlreiche kritische Fragen an das Opfer Widersprüche und Ungereimtheiten in der Aussage des Opfers zu Tage zu fördern, bis das Opfer angab, die Frau habe ihn nicht verletzt. 

 

Am Ende war ein Tatnachweis gegen die Mandantin von Herrn Rechtsanwalt Olaf Möller nicht mehr zu führen, wohingegen ihr Lebensgefährte zu einer Gefängnisstrafe von 2,5 Jahren verurteilt wurde. Die Mandantin wurde freigesprochen, aus der Untersuchungshaft entlassen und zudem bekam Sie eine Haftentschädigung zugesprochen.

 

Das Urteil ist rechtskräftig seit dem 21.03.2019

 

 

(Amtsgericht AG Neustadt an der Weinstraße, Urteil vom 13.03.2019, 1a Ls 5320 Js 20073/18).